Bach-Blüten-Therapie
Beurteilung der Mittelwirkung bei der Bach-Blütentherapie
Beurteilung der Wirkung
Erstreaktion
Normalerweise spürt der
Patient besonders bei der ersten Mitteleinnahme sofort eine
positive Wirkung, oft im Sinne einer Entspannunug und
Entkrampfung oder Aufhellung der Stimmung. Dies kann sich in
angenehmer Ruhe oder Müdigkeit, Wärmegefühl durch
Gefäßentspannung und in seltenen Fällen auch in erlösendem
Weinen äußern. Bei Erschöpfungszuständen ist außer
überwältigender Müdigkeit, die eine Erholungsphase einleitet,
oft auch schon zu Beginn ein Gefühl der Erfrischung, neuen
Zuversicht und neuen Spannkraft möglich.
Eine Verschlechterung der
Symptomatik auch im psychischen Zustand mit Intensivierung der
negativen psychischen Verhaltensmuster ist möglich -vor allem
bei chronischen Krankheiten mit starken körperlichen
Beschwerden; derartige Reaktionen sind eher selten, deuten nicht
wie die psychische Verschlechterung in der Homöopathie auf eine
falsche Blütenmischung hin und werden bei weiterer Einnahme der
unveränderten Blütenmischung wieder verschwinden. Deshalb
sollte jede Reaktion nach einer Blütenverordnung als positives
Zeichen bewertet werden, und höchstens für einige Zeit zu einer
Dosisreduktion führen (z.B. statt 4 mal täglich 4 Tropfen 2 mal
täglich 1 Tropfen).
Eine falsche und damit
wirkungslose Blütenmischung äußert sich durch Fehlen jeder
Wirkung, nicht durch negative Effekte. Bei wirkungsloser Therapie
sollten daher nach angemessener Beobachtungszeit die verordneten
Blütenessenzen überprüft und neu verschrieben werden oder die
Blütentherapie sollte beendet werden.
Bach-Blüten-Therapie bei
akuten Problemen
Bei akuten Problemen sollte
nach der ersten Reaktion auf die Einnahme eine wesentliche
Veränderung des psychischen Befindens in Minuten oder zumindest
Stunden herbeigeführt werden, so daß entweder keine weitere
Einnahme mehr nötig ist, viel längere Einnahmeintervalle
möglich sind, oder eine andere Mischung als Folgemischung
indiziert erscheint.
Tritt keine Besserung in
kurzer Zeit ein (z.B. Beendigung einer akuten Schlafstörung
bedingt durch die immerselbe Grübelei über eine akute Kränkung
mittels White Chestnut), so ist die gewählte Michung wirkungslos
und weitere Einnahme sinnlos.
Bei akuten Problemen sollte
der behandelnde Arzt den Erfolg seiner Therapie nach entsprechend
kurzer Zeit (1-mehrere Tage) überprüfen und die Blütenmischung
dann modifizieren.
Bach-Blüten-Wirkung bei
chronischen Problemen
Soll eine Blütenkombination
ein chronisches Problem oder eine längerdauernde Krankheit
beeinflussen, wird man bei genauer Beobachtung der negativen
psychischen Verhaltensmuster auch hier sehr schnell eine
Mittelwirkung feststellen können (mehr Ruhe, Zuversicht oder
ähnliches); entscheidende Änderungen im chronischen
Krankheitsbild werden sich aber erst nach einiger Zeit beurteilen
lassen. Wichtig ist immer vor allem auf Veränderungen in der
psychischen Befindlichkeit zu achten und nicht zu sehr die
Besserung eventueller körperlicher Symptomatik im Auge zu haben,
da dies länger dauern kann. Generell sollte bei einer
chronischen Erkrankung die Verordnung durch ein Folgegespräch
nach etwa 3-4 Wochen überprüft werden.
Hat man eine postive Wirkung
erzielt, sollte man die als zentral erachteten Blüten-Blüten
nicht zu schnell wechseln.
Bach-Blüten-Therapie bei
interkurrenten Erkrankungen
Während einer längeren
Therapie können kleinere Probleme auftauchen, die sich von der
chronischen Grundproblematik unterscheiden. Die kurzzeitige
Verordnung einer anderen Bach-Blütenmischung für akute
Zustände ist dabei -im Gegensatz zur Homöopathie- nicht nur
möglich, sondern dem Therapiefortschritt sogar oft förderlich.
Allerdings kann es danach erforderlich sein, durch ein kurzes
Gespräch die Zusammenstellung der chronischen Mischung zu
überprüfen. Erfolgt keine Überprüfung, droht aber innerhalb
von 1-3 Wochen kein Schaden bei Einnahme einer nicht mehr ganz
richtigen Mischung. Allerdings sollte dem Wunsch des Patienten
auf ein neues Gespräch immer innerhalb kurzer Zeit (1-2 Tage)
entsprochen werden, denn der Patient wird selbst am ehesten
spüren, wenn er dringend eine andere Mischung benötigt.
Selbstmedikation
bei der Bach-Blüten-Therapie
Da sich die
Bach-Blütentherapie durch weitgehende Freiheit von negativen
Effekten bei falscher Anwendung auszeichnet, ist hier eine
Selbstmedikation leichter möglich als bei der Homöopathie.
Allerdings sollte sich der Patient in die Mittelbilder gut
eingelesen haben, die Art der Anwendung verstanden haben und
unter keiner ernsteren psychischen oder psychosomatischen
Erkrankung leiden, da hierbei oft die für die Mittelsuche
nötige Distanz zum eigenen Leiden aufgehoben ist. Auch sollte
Selbstmedikation möglichst auf akute und interkurrente
Erkrankungen beschränkt bleiben und bei Ausbleiben eines
Therapieerfolges bald ein Arzt aufgesucht werden. Bei Traumata
sollte trotz eventuell eintretender Schmerzlinderung nach Rescue
Creme immer ein Arzt eine ernsthafte Verletzung ausschließen.
Chronische Krankheiten
eignen sich schlecht zur Selbstmedikation, da die Mittelwirkung
über längere Zeit schwer selbst zu beurteilen ist und da gerade
bei längerem Therapieverlauf oft etliche negative psychischen
Verhaltensmuster nicht selbst erkannt werden.