Welche Idee dahinter steht
Jede Stimmung, jedes Gefühl kann als Ausdruck
einer charakteristischen Energie aufgefasst werden, die bis in körperliche Vorgänge hinein
wirksam ist (z.B. Beeinflussung der
Darmtätigkeit, des Herzschlags unter
entsprechenden Emotionen). Nur ein Teil dieser
Gefühle ist uns bewusst. Viele, insbesondere
auch unbewusste Gefühle bestimmen unsere
Befindlichkeit über lange Zeit, während andere
als rasche Reaktion schnell abklingen.
Kommt
es im Seelischen zu Blockierungen, d.h. können
Gefühle nicht adäquat verarbeitet werden, so
folgen körperliche Kränkungen.
Ebenso wie die natürlichen Substanzen sowohl
in der äußeren Natur als auch im Körper des
Menschen vorkommen bzw. diesen bilden, ist es
– als Hypothese – vorstellbar, dass die
seelischen Energien, die wir in uns als Gefühl
bzw. Stimmung wahrnehmen, unabhängig vom
Menschen in der äußeren Natur vorkommen. Die
Pflanze ist in ihrer Blüte von dieser »natürlichen«
seelischen Energie geprägt.
Rudolf Steiner (1861 - 1925) sprach davon, dass die Blüte von der Weltenastralität (seelische
Energie) imprägniert ist. Dieser Hinweis stützt
die Beobachtung Edward Bachs. Insofern ist
vorstellbar, dass jeder Blüte ein
charakteristisches Gefühl entspricht. Ist dieses
Gefühl blockiert, so hilft die Blüte es zu
transformieren.
Bach teilt die 38 verschiedenen Blüten bzw.
deren seelische Bilder in folgende sieben
Hauptgruppen ein:
für jene, die Angst haben
für jene, die an Unsicherheit leiden
für jene, die nicht genügend Interesse an
der Gegenwart haben
für jene, die einsam sind
für jene, die überempfindlich gegenüber
Einflüssen und Ideen sind
für jene, die mutlos und verzweifelt sind
für jene, die um das Wohl anderer allzu
besorgt sind.
Diese Gruppen lassen sich einem Beziehungsprozess zuordnen. Fühle ich mich
meinem Gegenüber nicht gewachsen, so stellt
sich Angst ein. Werde ich verunsichert, schütze
mich dadurch, dass ich »innerlich« aus der
Situation aussteige. Folglich vereinsame ich.
Mein Gegenüber ist jedoch weiterhin
übermächtig. Ich kann mich nicht mehr genügend
vor den fremden Einflüssen und Ideen schützen,
lasse mich von ihnen zu stark beeinflussen,
verliere schließlich den Mut und bin verzweifelt.
Ich kann mich schließlich nur noch dadurch
schützen, dass ich mich jetzt ganz intensiv um
mein Gegenüber kümmere, gewissermaßen als
kontraphobische Reaktion (ich mache gerade
das, wovor ich Angst habe).
Insofern ist vorstellbar, dass die
Bach-Blütentherapie speziell die Themen
bearbeitet, die sich einer Beziehungsstörung
zuordnen lassen.
Wie behandelt wird
Im Gespräch stellt der Therapeut gemeinsam mit
dem Patienten die Bach-Blütenmischung
zusammen. Meist kommen gleichzeitig bis zu
sechs verschiedene Blüten zum Einsatz. In die
Einnahmeflasche (Wasser-Alkohol-Mischung)
werden jeweils drei Tropfen aus dem Konzentrat
der Bach-Blüte gegeben. In der Regel werden
von dieser Mischung dann jeweils 4 x 4 Tropfen
täglich genommen. Nach vier bis sechs Wochen
sollte die Mischung überprüft werden, da dann
meistens andere Themen in den Vordergrund
treten.
Der Behandler sollte erfahren in der seelischen
Beobachtung sein, seine eigenen
Schwierigkeiten kennen, um möglichst
Projektionen vermeiden zu können. Eine
psychotherapeutische Ausbildung ist insofern
günstig. Während einer Bach-Blütenbehandlung
werden häufig auch unbewusste Inhalte
bearbeitet, was sich z.B. auch an der
Veränderung der Traumqualität und Thematik
zeigt. Wichtig ist, dass es im Rahmen der
Behandlung möglich ist, diesen Prozess auch zu
begleiten und Schutz zu bieten.
Ausbildungsseminare werden für Therapeuten
von dem Dr. Edward Bach Centre angeboten.
Wie sie angewendet wird
Prinzipiell kann die Bach-Blütenbehandlung als
»energetisch-psychotherapeutische« Maßnahme
bei allen Erkrankungen zum Einsatz kommen.
Notwendig ist, dass andere erforderliche
Therapien (z.B. auch Einsatz von
Psychopharmaka) nicht als Niederlage gesehen
werden. Am sinnvollsten werden die Bach-Blüten
nach Abklingen der Akutsymptomatik
angewandt. Sie können dann helfen, die
psychosebedingten Erlebnisse zu verarbeiten.
Ihre Wirksamkeit zeigt sich aber auch in der
Akutbehandlung: Eine Patientin, die – ihrem
Wunsch folgend – nur mit Bach-Blüten behandelt
wurde, litt unter starken akustischen
Halluzinationen obszönen Inhalts. Sie erlebte
unter der Behandlung, wie sich die Stimmen
allmählich zurückbildeten. Statt dessen konnte
sie die von den Stimmen verbalisierten Gefühle
jetzt zunehmend als eigene Gefühle erkennen.
Dies war eine sehr quälende Erkenntnis.
Welche Risiken es gibt
Das Hauptrisiko besteht darin, dass man die
Bach-Blüten als ein »Wundermittel« ansieht, das
einen verleitet, sonst keine weitere
psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Psychosekranke sollten sich daher
vergewissern, dass ihr Behandler bereit ist, mit
einem Psychiater zusammenzuarbeiten, sofern
er nicht selbst Psychiater ist. Niemals darf der
Einsatz von Psychopharmaka als Versagen der
Bach-Blüten interpretiert werden. Beides kann
sehr wohl gleichzeitig zum Einsatz kommen.
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